In der Zeit vom 8. bis 14. November 2025 ereigneten sich folgende internationale Nachrichten:
1. LNG ist ein „Ziel- und kein Übergangsbrennstoff“
Auf der ADIPEC-Konferenz in Abu Dhabi schlugen Branchenführer vor, dass verflüssigtes Erdgas zu einem "Zielbrennstoff" und nicht mehr zu einem Übergangsbrennstoff geworden ist. Unternehmen wie NextDecade verwiesen auf eine anhaltend hohe LNG-Nachfrage, wobei neue Projekte auf der Grundlage von 40-jährigen Betriebszyklen geplant werden. Die Abu Dhabi National Oil Company unterzeichnete kürzlich eine langfristige Vereinbarung mit Shell über 1,5 Millionen Tonnen LNG pro Jahr, wobei die Versorgungssicherheit im Vordergrund stand. Trotz des erwarteten Angebotswachstums blickt die Branche optimistisch auf den langfristigen Markt.
2. Asiatische LNG-Reload-Exporte erholen sich 2025 inmitten regionaler Speicherüberschüsse
Der asiatische LNG-Reload-Handel erholte sich 2025 deutlich und erreichte bis Ende Oktober 38 Lieferungen (im Vergleich zu 41 Lieferungen im gesamten Jahr 2024). China wurde zum größten Reload-Exporteur (15 Lieferungen), da ein reichliches Angebot an Pipeline-Gas dazu führte, dass die Inlandspreise mit den internationalen Preisen invertierten, wobei Japan und Südkorea die Hauptziele waren. Der Ausbau der regionalen Speicherkapazitäten und Arbitragemöglichkeiten, die durch Preisunterschiede entstehen, befeuern die Reloads, ein Trend, der sich angesichts des Angebotsüberschusses voraussichtlich bis 2026 fortsetzen wird.
3. Air Liquide expandiert in Louisiana mit neuer ASU
Das französische Unternehmen Air Liquide hat in Louisiana die große Luftzerlegungseinheit (ASU) Geismar 4 in Betrieb genommen, die Sauerstoff, Stickstoff und Argon produziert. Dieses Projekt ist Teil eines 270 Millionen Dollar schweren Investitionsplans, der 2019 angekündigt wurde und die Erweiterung der Methanex-Methanolanlage unterstützen soll. Air Liquide betreibt 56 Anlagen in Louisiana.
4. LNG Canada nimmt zweite Anlage in Betrieb
Das LNG Canada-Projekt hat seine zweite Verflüssigungsanlage in Betrieb genommen und erreicht damit eine Gesamtproduktionskapazität von 14 Millionen Tonnen LNG pro Jahr. Das Projekt ist ein Joint Venture unter der Leitung von Shell (40 %) und umfasst unter anderem Malaysias Petronas, das Gas über eine 670 Kilometer lange Pipeline bezieht. Dies ist Kanadas erste groß angelegte LNG-Exportanlage. Sieben weitere LNG-Projekte sind derzeit im ganzen Land in der Entwicklung und repräsentieren Investitionen von fast 109 Milliarden Dollar.
5. Tampa Bay Desalination Plant erreicht Rekordausstoß mit ACCIONA-Modernisierung
ACCIONA hat die Modernisierung der Tampa Bay Seawater Desalination Plant abgeschlossen und ihre Produktionskapazität durch den Austausch von Umkehrosmose-Membran-Racks, Druckbehältern und die Aufrüstung digitaler Systeme auf das höchste Niveau seit einem Jahrzehnt gebracht. Der Betriebsvertrag wurde 2023 bis 2029 verlängert. Die Modernisierung gewährleistet die regionale Wasserversorgungssicherheit. In den USA ist ACCIONA auch an Projekten wie einer Brücke in Louisiana und einer Entsalzungsanlage in Kalifornien beteiligt.
6. Jubail–Buraydah-Wasserprojekt erreicht finanziellen Abschluss von 2,3 Milliarden Dollar
Das Jubail-Buraidah Independent Water Transmission Project in Saudi-Arabien hat erfolgreich einen Finanzierungsdeal in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar abgeschlossen und gehört damit zu den größten Wasserübertragungsprojekten des Landes. Das Projekt wird im BOOT-Modell (Build-Own-Operate-Transfer) umgesetzt und von einem privaten Konsortium gebaut. Es umfasst eine 587 Kilometer lange Pipeline mit einer täglichen Wasserübertragungskapazität von 650.000 Kubikmetern, die in der Lage ist, über 2 Millionen Menschen zu versorgen, mit einer betrieblichen Verfügbarkeit von nicht weniger als 98 %. Die Initiative soll 2029 in Betrieb gehen und zielt darauf ab, die Wassersicherheit zu erhöhen, den lokalen Anteil auf 70 % zu steigern und Saudi-Arabiens Vision 2030 sowie die nachhaltige Sicherung der Wasserressourcen zu unterstützen.
7. WRF stellt bis zu 400 Millionen Dollar bereit, da die NADBank den ersten Aufruf für Wasserresilienzprojekte startet
Die North American Development Bank (NADBank) hat den ersten Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen ihres Water Resiliency Fund gestartet und bietet bis zu 400 Millionen Dollar zur Unterstützung von Wasserschutzprojekten entlang der US-mexikanischen Grenze an. Die erste Phase konzentriert sich auf den Lower Rio Grande Valley Irrigation District in Texas und finanziert Projekte wie Pipeline-Upgrades und wassersparende Technologien, wobei bis zu 50 % der Kosten übernommen werden. Bewerbungen sind bis zum 8. Januar 2026 möglich, mit dem Ziel, die Finanzierungslücke für die Wasserinfrastruktur in der Grenzregion zu schließen und die Wasserresilienz im grenzüberschreitenden Gebiet zu erhöhen.

